Auf den ersten Blick erinnern diese in verschiedenen Ockertönen gehaltenen Fotos von Erdproben der in Köln und Paris lebenden Künstlerin an Arbeiten der „Spurensicherer“ der 1970er Jahre. Unbestritten „schön“ sind die in runden Anhäufungen aufgenommenen Naturfragmente und frappierend die brillante Schärfe der stark vergrößerten Aufnahmen. Die insgesamt 19 Aufnahmen, von denen 12 im Ausstellungsraum am Kopstadtplatz präsentiert werden, sind das Resultat einer Reise, die Liza Nguyen 2004 nach Vietnam, in die Heimat ihres Vaters unternahm. Es ging ihr darum, einen Teil ihrer eigenen Geschichte zu recherchieren, doch immer wieder traf sie wie von selbst auch auf kollektive, das Weltgeschehen markierende Zusammenhänge. Die auf den ersten Blick so schönen Erdproben erweisen sich als Material, das von historischen Plätzen und Landstrichen, insgesamt von Orten stammt, welche im Vietnamkrieg der 1960/70er Jahre eine zum Teil tragische Rolle gespielt haben. Das Benennen dieser Orte gehört ebenso zur kompletten ästhetischen Erfahrung, wie auch eine Postkartenserie, die sie vervollständigt. Die Künstlerin wird anwesend sein, es ist ein Katalog erschienen. Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturbüro der Stadt Essen und die Figge von Rosen Galerie. Dank auch an Ricarda Fox. |