Immer wieder taucht in Gerhard Richters Malerei Natur als Landschaft auf, und es stellt sich die Frage, ob er mit diesen gegenständlichen Bildern bewusst einen Bezug zur Tradition der Deutschen Romantik um 1800 herstellen wollte. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass Richters Landschaften nicht auf ein religiöses Naturverständnis, sondern auf Fotografien – meist sogar auf eher unscheinbare, beiläufige Landschaftsausschnitte – zurückgreifen. Wie Urlaubsfotos muten sie bisweilen an, wie zufällige, schon einmal gesehene Bilder von Natur, welche hier keineswegs geheimnisvoll symbolisch erhöht und zum Bedeutungsträger innerer Erfahrungen gemacht wird. Natur erscheint hier als eine durch die Fotografie vermittelte, als eine durch Wirtschaft und Verkehr längst erschlossene Der Vortrag baut auf den Thesen der 1994 im Kunstverein gezeigten Ausstellung Richters auf und erweitert sie durch Beispiele jüngerer Künstler. |